Wer zahlt Sachverständigenkosten nach Autounfall?

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Meine Frage

Sehr geehrte Damen und Herren,

ein Kollege hat mir Ihre Plattform weiterempfohlen, von der ich gerne auch Gebrauch machen würde.

Es geht um folgenden Fall. Ich, hatte letztes Jahr einen Autounfall wo ich eindeutig nicht Unfallverursacher bin. Da ich aber auch über einen längeren Zeitraum, aufgrund Knochenbrüche und eine Gehirnerschütterung im Krankenhaus gelegen habe, und die Gegenversicherung natürlich nicht zahlen möchte, geht dieser Fall vor Gericht. Es geht um Schmerzensgeld, Unfallkosten , Reparaturkosten, Lohnausfallkosten und sonstige Kosten.
Meine Rechtschutzversicherung hat ohne Probleme die Anwaltskosten und die Gerichtskosten übernommen.

Jetzt musste ich aber jedoch die Sachverständigenkosten (Gutachten fürs Kraftfahrzeug) aus meiner eigene Tasche zahlen. Mit der Begründung das Gutachten ist nicht vom Richter angeordnet wurden. Da wir aber selber den Schaden am Fahrzeug nicht schätzen konnten, musste ja das Gutachten gemacht werden.( wirtschaftlicher Totalschaden am Kraftfahrzeug) Ich habe mir die Police meiner Rechtschutzversicherung durchgelesen, und zitiere einen Ausschnitt:

„Wir übernehmen bis zu einem Gesamtbetrag von 1.000.000 Euro je Versicherungsfall innerhalb Europas Vorschüsse und Kosten aller Instanzen, beispielsweise

  • Gerichtskosten einschließlich Gebühren für Zeugen und Sachverständige sowie Vollstreckungskosten
  • Ihre Kosten für einen außergerichtlichen technischen Gutachter, wenn Sie eine verkehrsrechtliche Vorschrift verletzt haben
  • Ihre Kosten für ein außergerichtliches Gutachten bei Kauf und Reparatur von Fahrzeugen
  • die Kosten für einen ausländischen Sachverständigen bei Beschädigung Ihres Fahrzeugs im Ausland“

usw.

Ist dies also rechtlich?
Muss die Rechtschutzversicherung diese Kosten nicht auch übernehmen?
Wenn ja, wie soll ich vorgehen?

Kann die Rechtschutzversicherung mich kündigen, wenn ich auf die Kosten bestehe bzw. wäre es unklug von mir wegen 1500 Euro Sachverständigenkosten mich mit meiner Rechtschutzversicherung anzulegen?

Vielen Dank für Ihre Mithilfe

Mit freundlichen Grüßen

(Name des Ratsuchenden liegt uns vor)

Antwort von Herrn Rechtsanwalt Hüttemann

Sehr geehrter Ratsuchender,

vielen Dank für Ihre Anfrage, zu der ich auf der Grundlage Ihrer Sachverhaltsschilderung wie folgt Stellung nehme.

Ausweislich der von Ihnen zitierten Versicherungsbedingungen Ihrer Rechtsschutzversicherung trägt diese die Kosten für ein außergerichtliches Sachverständigengutachten nur, wenn Sie selbst eine Verkehrsvorschrift verletzt hätten. Da Sie allerdings an dem Unfall kein Verschulden trifft, Sie also keine Verkehrsvorschrift verletzt haben, wird Ihre Versicherung auch nicht zahlen. Im Allgemeinen gilt im Übrigen, dass von Rechtsschutzversicherungen Sachverständigenkosten nur übernommen werden, wenn der Sachverständige vom Gericht bestellt wird, nicht aber, wenn er vom Versicherungsnehmer herangezogen wird. Die entsprechende Auskunft Ihrer Rechtsschutzversicherung ist daher zutreffend.

Im Übrigen weise ich auf Folgendes hin: Die von Ihnen verauslagten vorgerichtlichen Sachverständigenkosten können Sie vollumfänglich von der gegnerischen Haftpflichtversicherung ersetzt verlangen. Es entspricht der gefestigten Rechtsprechung, dass diese Kosten Teil des von dem Schädiger zu ersetzenden Schadens ist, soweit die außergerichtlichen Sachverständigenkosten für eine zweckentsprechende Rechtsverfolgung notwendig waren. Das war aber ersichtlich bei Ihnen der Fall, denn ohne das Gutachten hätten Sie den Schaden nicht beziffern können. Erst wenn als Folge der Begutachtung Kosten entstehen, die ein vernünftig Handelnder in einer vergleichbaren Situation nicht verursacht hätte, soll dies nicht mehr zu Lasten des Schädigers gehen. Auch hiervon kann unter den geschilderten Umständen nicht die Rede sein, denn die von Ihnen erwähnten 1.500 Euro Sachverständigenkosten halten sich bei einem wirtschaftlichen Totalschaden im üblichen Rahmen.

Sie sollten diese Schadensposition deshalb in den anstehenden Rechtsstreit einführen und gegenüber der Versicherung des Schädigers neben Ihren übrigen Forderungen geltend machen.

Ich hoffe, Ihnen einen angemessenen Überblick über die Rechtslage verschafft zu haben.

Mit freundlichen Grüßen

Kristian Hüttemann
Rechtsanwalt

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