Verrechnung Darlehen bei Erbe

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Meine Frage

Sehr geehrte Damen und Herren ,

ich erhielt von meinem Vater ein Darlehen über 10.000 Euro. Ein Jahr später unterzeichneten meine Geschwister und ich -also die künftigen Erben, dass alle ausgleichspflichtigen Zahlungen untereinander erledigt wurden und keine Ansprüche mehr auf weitere Ausgleiche bestehen.

Nachdem nun mein Vater gestorben ist, wurden mir dennoch vom Testamentsvollstrecker die 10.000 Euro abgezogen. (Als Forderung des Verstorbenen gegen Dritte)

Ist dies korrekt ?

Ich freue mich von Ihnen zu hören

Mit freundlichen Grüßen

(Name des Ratsuchenden liegt uns vor)

Antwort von Herrn Rechtsanwalt Hüttemann

Sehr geehrte Ratsuchende,

vielen Dank für Ihre Anfrage, zu der ich auf der Grundlage Ihrer Sachverhaltsschilderung wie folgt Stellung nehme.

Der Abzug der 10.000 Euro von Ihrem Erbteil ist nicht rechtens, denn es ist eine so genannte Konfusion eingetreten. Das ist immer dann – und zwar vorwiegend in erbrechtlichen Sachverhaltsgestaltungen – der Fall, wenn eine Person durch ein bestimmtes Ereignis zugleich Schuldner und Gläubiger einer Forderung wird: Waren Sie Ihrem verstorbenen Vater zu dessen Lebzeiten kraft des Darlehensvertrages zur Rückzahlung als Darlehensschuldner verpflichtet, so sind Sie nach dessen Ableben selbst in die Gläubigerrolle Ihres Vaters eingerückt, indem Sie ihn beerbt haben.

Mit dem Erbfall sind nunmehr Schuldner- und Gläubigerposition rechtlich zusammengefallen – es ist Konfusion eingetreten. Sie haben folglich im Ergebnis eine Forderung gegen sich selbst auf dem Erbwege erworben. Die hieraus zu ziehende juristische Folgerung ist das Erlöschen der Forderung. Die Tatsache, dass Sie nicht alleine Erbe nach Ihrem Vater geworden sind, sondern dieser auch noch von Ihren Geschwistern beerbt wurde, ändert an der rechtlichen Beurteilung nichts. Denn mit Ihren Geschwistern haben Sie zuvor bereits die erwähnte Vereinbarung abgeschlossen, nach welcher künftige Ausgleichsansprüche gerade nicht bestehen sollen.

Die Darlehensforderung ist demgemäß mit Eintritt des Erbfalls erloschen, und der Testamentsvollstrecker war nicht befugt, die 10.000 von Ihrem Erbe in Abzug zu bringen.

Ich hoffe, Ihnen einen angemessenen Überblick über die Rechtslage verschafft zu haben.

Mit freundlichen Grüßen

Kristian Hüttemann
Rechtsanwalt

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