Überziehungskredit

Sprechen Sie bei Zahlungsschwierigkeiten mit Ihrer Bank. Durch einen Überziehungskredit kann innerhalb kürzester Zeit Abhilfe geschafft werden.

 

Der Überziehungskredit für Privatkunden

Umgangssprachlich wird der Überziehungskredit auch oft Dispositionskredit genannt. Seit 1968 räumen die Banken ihren Kunden eine begrenzte Überziehungsmöglichkeit für den Zahlungsverkehr ein. Durch den Überziehungskredit wird dem Kontoinhaber gestattet, ohne ein Guthaben auf dem Konto Zahlungen durchzuführen.

Vor der Inanspruchnahme des Überziehungskredites wird die Bank dem Kunden folgende Informationen mitteilen:

  • Höchstgrenze des Überziehungskredites
  • Geltender Jahreszins
  • Bedingungen, zu denen der Zinssatz geändert werden kann
  • Regeln zur Vertragsbeendigung

Der Ablauf zur Erlangung eines Überziehungskredites ist sehr einfach. Entweder der Kunde erhält ein Schreiben seiner Bank, in dem die Überziehungszusage bestätigt wird, oder der Kontoinhaber bekommt die Information auf seinem Kontoauszug mitgeteilt. Durch die Verfügung des Bankkunden kommt dann ein rechtswirksamer Darlehensvertrag nach § 488 BGB zustande.
Die in dem Schreiben der Bank oder im Kontoauszug genannte Kredithöhe ist die Grenze, zu der die Bank bereit ist, Verfügungen im Zahlungsverkehr auch ohne Guthaben auf dem Konto durchzuführen. Die Voraussetzungen für den Überziehungskredit sind regelmäßige Zahlungseingänge auf dem Girokonto (zum Beispiel Gehalt oder Rente).

Normalerweise werden für diesen Kredit keine Sicherheiten verlangt. Es wird vorausgesetzt, dass der Kontoinhaber den überzogenen Betrag möglichst in einem Zeitraum von zwei bis drei Monaten zurückzahlen kann, damit eine dauerhafte Verschuldung vermieden werden kann. Für den Überziehungskredit werden Sollzinsen berechnet. Der Zinssatz ist variabel und richtet sich nach dem aktuellen Marktzinssatz. Im Vergleich zu anderen Kreditformen sind die Zinsen sehr hoch.

 

Der Überziehungskredit für Geschäftskunden

Der Überziehungskredit für Geschäftskunden wird auch Kontokorrentkredit genannt. Die Überziehung des Kontos wird von den Banken eingeräumt, um eine kurzfristige Zahlungsschwierigkeit überbrücken zu können. Dieser Überziehungskredit ist ein Darlehen nach § 488 BGB. Er wird auf Girokonten gewährt, und nicht, wie bei anderen Kreditarten, auf einem speziellen Kreditkonto.

Die Kreditlinie ist die Höchstgrenze für den Überziehungskredit. Wenn dieses Limit nicht ausreichend ist, dann hat der Kreditnehmer die Verpflichtung, die Bank vor einer Überschreitung dieses Kredits zu unterrichten und durch diese dann eine Überziehung vereinbaren zu können.

 

Zusammenfassung Überziehungskredite

Überziehungskredite bieten eine sehr gute Möglichkeit, eine kurzfristige Zahlungsschwierigkeit zu überwinden. Das Genehmigungsverfahren ist sehr einfach. Über das Geld kann schon am nächsten Tag verfügt werden. Die Zinsen sind etwas höher als bei den normalen Krediten.