Reiserecht – meine Rechte bei Reisemangel von Rechtsanwalt Hüttemann

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Nicht selten sind die schönsten Tage des Jahres durch Reisemängel getrübt, und was mit Urlaubsfreude anfängt, endet oftmals in Missmut und Frust. Die gesetzlichen Regelungen zum Reiserecht sind stetig ausgebaut und verbessert worden, und auch die Rechtsprechung hat durch zahlreiche Entscheidungen zur Stärkung der Rechte Reisender beigetragen.

 

Die Vielzahl ergangener Urteile erschwert dabei bisweilen ein wenig den Überblick. Gerade deshalb sollen im Folgenden typische und immer wiederkehrende Reisemängel vorgestellt und anschließend aufgezeigt werden, welche Rechte Reisende in solchen Fällen zustehen.

Typische Reisemängel

Was ist überhaupt ein Reisemangel? Das Gesetz enthält hierzu in § 651c BGB eine Regelung:

„Der Reiseveranstalter ist verpflichtet, die Reise so zu erbringen, dass sie die zugesicherten Eigenschaften hat und nicht mit Fehlern behaftet ist, die den Wert oder die Tauglichkeit zu dem gewöhnlichen oder nach dem Vertrage vorausgesetzten Nutzen aufheben oder mindern.”

Ein Reisemangel liegt nach dieser gesetzlichen Definition somit immer dann vor, wenn die tatsächliche Reise in ungünstiger Weise von der vertraglich vereinbarten Beschaffenheit der Reise abweicht. Solche die Reisetauglichkeit beeinträchtigenden Mängel können dabei die unterschiedlichsten Aspekte der vetraglich geschuldeten Reiseleistung betreffen. Soweit ein solcher Mangel nur im Verantwortungsbereich und in der Risikosphäre des Reiseveranstalters liegt, hat dieser den Reisemangel auch zu vertreten.

Die klassischen Reisemängel lassen sich nach den Bereichen Unterkunft, Verpflegung und Reisetransport kategorisieren. Typische Reisemängel der Unterkunft sind beispielsweise:

  • Baustellen- und Hotellärm
  • nicht vetragsgemäße Zimmerausstattung
  • fehlende Ausstattungsmermale des Hotels (Pool, Freizeitanlagen, Kinderbetreuung)
  • unzureichende Reinigung der Unterkünfte
  • Ungezieferbefall des Hotelzimmers

 

Als typische Reisemängel im Bereich der Verpflegung gelten insbesondere:

 

  • Erkrankungen aufgrund verdorbener Lebensmittel
  • Ausfall von Mahlzeiten
  • unzureichend warme Mahlzeiten

 

Reisemängel im Zusammenhang mit dem Transport können sein:

 

  • Verspätung oder Ausfall eines Fluges
  • Abhandenkommen oder Beschädigung des Gepäcks
  • verspätete Auslieferung des Gepäcks

 

Rechte des Reisenden nur bei sofortiger Reklamation

Liegt ein Reisemangel vor, ist der Reisende grundsätzlich berechtigt, eine Minderung des Reisepreises vorzunehmen, wenn er dem Reiseveranstalter den Mangel anzeigt und ihm Gelegenheit zur Abhilfe gegeben hat. Darüber hinaus, kann dem Reisenden unter Umständen ein Schadensersatzanspruch wegen entgangener Urlaubsfreude zustehen.

Sämtliche Rechte kann der Reisende regelmäßig nur dann in Anspruch nehmen, wenn er den Mangel unverzüglich nach dessen Feststellung der zuständigen Reiseleitung meldet und diese auffordert, Abhilfe zu schaffen. Ist dies geschehen, obliegt es dem Reiseveranstalter, den Mangel zu beseitigen und die Reiseleistung so zu erbringen, wie vertraglich vereinbart.

Um die spätere Durchsetzung seiner Rechte sicherzustellen, sollten zur Dokumentation von Reisemängeln stets bestimmte Verhaltensmaßregeln beachtet werden. Es sollte möglichst ein Mängelprotokoll gefertigt werden, das eine detailliert Beschreibung des Reisemangel enthält. Zudem sollte der Mangel in geeigneten Fällen auch fotografisch festgehalten werden. Zur Beweissicherung sollte der Reisende darüber hinaus Zeugen benennen, die das Vorliegen des Reisemangels bestätigen können. Aus dem gleichen Grund empfiehlt es sich, einen Zeugen für das Reklamationsgespräch mit der Reiseleitung vor Ort hinzuzuziehen. Soweit der Zeuge ein Mitreisender ist, sollte der Betroffene sich dessen persönliche Anschrift geben lassen. Der Reisende sollte sich überdies von der Reiseleitung schriftlich bestätigen lassen, dass diese die Reklamation auch zur Kenntnis genommen hat.

Minderung des Reisepreises

Hat der Reiseveranstalter dem Mangel nicht abgeholfen, kommt eine Reisepreisminderung in Betracht. Zur Geltendmachung dieses Rechts muss der Reisende allerdings unbedingt die gesetzliche Ausschlussfrist von einem Monat nach Rückkehr aus seinem Urlaub beachten. Lässt er diese Frist verstreichen, ohne seine Ansprüche erhoben zu haben, kann er seine Rechte nicht mehr durchsetzen.

Die Reisepreisminderung orientiert sich an festen Prozentsätzen, die die Rechtsprechung entwickelt hat. Dabei bestimmen Dauer und Intensität des Reisemangels die exakte Höhe der infrage kommenden Minderung. Niedergelegt sind diese Minderungsquoten in der Frankfurter Tabelle:

http://www.rechtspraxis.de/frankfurt.htm

Schadensersatz wegen entgangener Urlaubsfreude

Unter bestimmten Voraussetzungen besteht auch ein Schadensersatzanspruch des Reisenden gegenüber seinem Vertragspartner. Das kann dann der Fall sein, wenn die Reisemängel so erheblich sind, dass der mit dem Urlaub verbundene Erholungswert der Reise vollkommen beseitigt ist. Allerdings werden an einen solchen Schadensersatzanspruch wegen entgangener Urlaubsfreude regelmäßig höhere Anforderungen gestellt als an einen Minderungsanspruch. Der Schadensersatzanspruch kommt deshalb nur in Ausnahmefällen in Betracht. Er wäre zum Beispiel zu bejahen, wenn dem Reisenden jede Urlaubsfreude dadurch verdorben worden wäre, dass seine Unterkunft von extremen Ungezieferbefall betroffen war.

 

Kristian Hüttemann
– Rechtsanwalt –

Stand: Dezember 2010

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