Ratenzahlungsplan geplatzt 


Meine Frage

Ich bin Kunde bei Hansenet...In 2010 habe ich längerfristig keine Rechnung durch den DSL Anbieter zugesendet ( 3 Monate ) bekommen.Da nicht genau nachzu vollziehen war was ich  verbraucht habe,habe ich pauschalbeträge überwiesen,während dieser Zeit der NIchtzusendung der Rechnung.Trotz der Überweisung  häufte sich ein Rückstand von 160€an....Ich war bis zu diesen Zeitpunkt Online Überweiser...und man verlangte von mir am Lastschrift verfahren teilzunehmen..was ich notgedrungen auch tat...
 
Aus privaten Gründen habe ich leider Schulden bei anderen Gläubigern, daher ist es nicht möglich zur Monatsmitte hin 95€ auf den Konto zu belassen
Und ich überwies als ich mein ALG 2 überwiesen bekam, also am selben Tag noch, monatlich unter dem Verwendungszweck meiner Kundennummer mein Geld und die erforderliche Rate an Alice.
2 Monate ging es gut und es fing dann der Ärger an.
Man teilte mir mit das ich ab den 13. April 2011 nicht mehr am Lastschriftverfahren teilnehme und ich ab sofort wieder Selbstüberweiser bin und versuchte ein Tag später ein Kleinstbetrag von 07,24 € vom Konto abzubuchen. Dieser Betrag wurde unbeabsichtigter Weise von mir kurz zu vor zu wenig überwiesen..

Das der Kleinstbetrag fehlte wurde von mir am 12.4.11 bemerkt und ich überwies diesen Betrag an Alice.
Da der o.g Betrag von mir überwiesen wurde, sah ich kein Grund dieser Abbuchung stattzugeben und ich gab bei der Bank die Lastschrift zurück.

Zumal laut Hansenet keine Einzugsermächtigung zum besagten Zeitpunkt existent war und ich die Umstellung der Zahlweise nicht erwünscht habe.
Ich habe versucht dies alles Alice zu erklären und darum gebeten, dass die Zahlweise wieder geändert wird, es wurde nur erklärt das aufgrund des Rückläufers von 7,24 € man nichts mehr für mich tuen könne.
Das alles nahm Hansenet zum Anlass den Ratenplan sofort zu kündigen und man forderte mich auf binnen kürzester Zeit den gesamten offenen Betrag plus die laufende Rechnung zu bezahlen.
Wissentlich darüber das ich nur Alg 2 bekomme  ...und der Aufforderung nicht nachkommen kann.
 
Das alles wurde mir zuviel und mir platzte regelrecht der Kragen und ich habe nach 314 Kündigung von Dauerschuldverhältnissen aus wichtigem Grund gekündigt. Fristlos
 
Hier ein Auszug aus den E Mails die ich bekam:


 
Guten Tag Herr XXX,
 
vielen Dank für Ihre E-Mail.
 
Es tut mir leid, dass Sie mit unserem Service nicht zufrieden sind und ich entschuldige mich hiermit bei Ihnen.
 
Selbstverständlich kann ich verstehen, dass Sie mit Verärgerung reagieren, wenn Probleme auftauchen und Sie nicht umfassend oder falsch informiert werden.
 
Seien Sie versichert, dass ich alles daran setze, Ihnen den bestmöglichen Service zu bieten.
 
Ich habe Ihre E-Mail an die zuständige Fachabteilung weitergeleitet.
 
Unsere Mitarbeiter werden Ihr Anliegen schnellstmöglich bearbeiten.
 
 
Mit freundlichen Grüßen
 
Ihr Alice Team

 
Guten Tag Herr XXX,
 
vielen Dank für Ihre E-Mail.
 
Einen weiteren Ratenplan, können wir Ihnen nicht anbieten, da für Ihr Kundenkonto in der Vergangenheit bereits eine Ratenzahlungsvereinbarung genehmigt und wegen Nichteinhaltung von uns beendet wurde.
 
Leider haben Sie der Zahlung von 7,24 Euro aktiv widersprochen. Daher ist Ihr Ratenplan geplatzt. Das hat nichts mit der Änderung der Zahlungsart zu tun.
 
Es tut mir sehr leid, dass Sie sich zur Kündigung Ihres Alice Vertrags entschlossen haben.

Ich kann die Kündigung zum gewünschten Datum leider nicht durchführen. Eine Mindestvertragslaufzeit bis 7. Dezember 2012 ist Bestandteil Ihres Vertrags. Daher ist eine vorzeitige Kündigung nicht möglich.

Wir kündigen Ihren Vertrag zum 7. Dezember 2012. Sie erhalten rechtzeitig vor dem Kündigungstermin noch eine Kündigungsbestätigung mit weiteren Informationen per Post.
 
Es tut mir leid, dass ich Ihnen keine positivere Auskunft geben kann und wünsche Ihnen einen angenehmen Abend.
 
 
Mit freundlichen Grüßen
 
Ihr Alice Team
i. A. XXX
 


Eine Freundin hat mir gesagt das wissentlich meiner Zahlungsunfähigkeit ein bestehen auf Fortführung der Mindestvertragslaufzeit eine mutwillige Anhäufung von Schulden bedeuten würde.
Ich habe Hansenet alternativen Angeboten...bei Widereinsetzung des Ratenplanes wäre ich bereit den Vertrag fortzuführen..Dieses verweigerte man mir...
 
Muss ich mir eine Rechtsbeistand suchen. Und mir das inkompetente und unfreundliche Verhalten gefallen lassen?
 
 
Mit freundlichen Grüßen
 
(Name des Ratsuchenden liegt uns vor)


Antwort von Herrn Rechtsanwalt Hüttemann

Rechtsanwalt Hüttemann, 33449 Langenberg

Schwerpunkt: Verbraucherrecht

RA-Huettemann.de

Vertretungsbefugt bei allen Amtsgerichten, Landgerichten und Oberlandesgerichten

Sehr geehrter Ratsuchender,

vielen Dank für Ihre Anfrage, zu der ich auf der Grundlage Ihrer Sachverhaltsschilderung wie folgt Stellung nehme.

Ein außerordentliches Kündigungsrecht setzt das Vorliegen eines wichtigen Grundes voraus. Ein solch wichtiger Grund ist in Ihrem Fall allerdings nicht ersichtlich. Er wäre nur dann gegeben, wenn Alice als Ihrem Vertragspartner ein Fehlverhalten anzulasten wäre, das Ihnen das weitere Festhalten an dem Vertrag unzumutbar machen würde.

Dafür haben Sie aber nichts vorgetragen. Die Schwierigkeiten bei der Umstellung der Zahlungsverfahren und dem Lastschrifteneinzug hat Alice nicht zu vertreten. Dass der Anbieter einigen Kunden bestimmte Zahlungsarten nicht einräumt, ist grundsätzlich hinzunehmen und von der Vertragsfreiheit des Unternehmens gedeckt.

Schließlich verschafft Ihnen auch Ihre Schuldenproblematik gegenüber dem Anbieter kein vorzeitiges Vertragslösungsrecht, denn hierbei handelt es sich grundsätzlich um einen Umstand, der ausschließlich Ihrem rechtlichen Verantwortungsbereich zuzuordnen ist und mit dem Ihr Vertragspartner nicht belastet werden darf.

Ich hoffe, Ihnen einen angemessenen Überblick über die Rechtslage verschafft zu haben.

Mit freundlichen Grüßen
Kristian Hüttemann
Rechtsanwalt