„Kredit mit 3,5% effektivem Jahreszins“, „ Darlehen ohne Schufa“ oder „Sofortfinanzierung für jedermann“. So oder ähnlich werben viele Unternehmen mit günstigen Zinsen sowie einer schnellen Bewilligung von Kreditanträgen.
Zinsen für Ottonormalverbraucher viel höher als in der Werbung:
Für den Standardverbraucher sind ein Kredit meist sehr viel teuer als in der Werbung angegeben. Die Zinsen und weiteren günstigen Konditionen gelten in der Regel nur für den optimalen Modellkunden. Wer vom Wunschkunden der Banken abweicht, muss Zinsaufschläge zahlen und erweiterte Sicherheiten bieten (z.B. reicht der Bank dann oftmals nicht mehr die obligatorische Absicherung über eine Lohnpfändung sondern man muss zusätzlich einen Bürgen für das Darlehen haben). Weitere Masche: Die Banken werben nur mit dem Nominalzins. Dieser enthält aber nur die reinen Kosten für das Darlehen und keine Nebenkosten die der Kunde bezahlen muss. Kostenfaktoren wie Kontoführung, Bearbeitungsgebühren, Gebühren für Bewertung von Sicherheiten oder eine Restschuldversicherung muss die Bank nicht mit einrechnen.
Restschuldversicherung meist unnötig und mach die Finanzierung teuer
Diese Versicherung versuchen viele Kreditgeber zusammen mit dem Darlehen an den Mann/die Frau zu bringen. Sie soll das Darlehen ablösen wenn man stirbt oder Arbeitslos wird. Es handelt sich dabei meist um eine Risikolebensversicherung. Diese sogenannte Restschuldversicherung ist laut Verbraucherschützern bei den meisten Ratenkrediten unnötig. Banken versuchen trotzdem dem Kunden diese Art Versicherung mitzuverkaufen, denn Sie bringt der Bank eine zusätzliche Provision ein. Dem Kunden verteuert Sie vor allem den Kredit.
Daher ist es äusserst wichtig vom zuständigen Kreditberater immer den Gesamteffektivzins schriftlich zu fordern und zu fragen welche Kosten mit im Zins eingerechnet sind. Der Effektivzins enthält einen Grossteil der Kosten und kann daher als grobe Orientierung dienen um abzuschätzen wie teuer das Darlehen wirklich ist. Jedoch ist auch hier Vorsicht geboten: Denn die Restschuldversicherung ist bei vielen Kredit-Angeboten auch im effektiven Zins nicht mit eingerechnet (die Bank ist dazu nicht verpflichtet). Daher ist es zu empfehlen den Bankberater immer zu fragen ob zum effektiven Zins noch weitere Kosten (wie z.B. die Restschuld-Versicherung) hinzu kommen.
