You are hereFinanzwissen / Wohnungsbauprämie

Wohnungsbauprämie


By Geld Magazin - Posted on 02 May 2008

Die als Wohnungsbauprämie bezeichnete staatliche Förderung ist in engem Zusammenhang mit dem Bausparvertrag zu sehen. Mit der Wohnungsbauprämie belohnt der Staat das Vorhaben ein eigenes Haus zu bauen oder zu kaufen schon in der Ansparphase mit einer Prämie.
Heute gibt der Staat den Bausparern eine Grundförderung in Höhe von 8,8 Prozent jährlich. Das ist bei Ehepaaren ein Betrag von maximal 90 Euro und für Ledige 45 Euro. Dazu müssen die Bausparer allerdings selbst eine Sparrate von 1024 Euro oder eben 512 Euro erbringen, immer in Abhängigkeit vom Familienstand. Wer weniger in seinen Bausparvertrag einzahlt, bekommt die Wohnungsbauprämie auch, aber eben in entsprechend geringerer Höhe. Diese Förderung gibt es über sieben Jahre und sie wird am Ende der Sparzeit, wenn der Bausparvertrag zuteilungsreif ist, in das Guthaben eingerechnet.

Einen Anspruch auf Förderung haben nur Bausparer, deren Einkommen sich innerhalb bestimmter Grenzen bewegt. So darf das zu versteuernde Jahreseinkommen, welches nicht zu verwechseln ist mit dem Jahresbruttoverdienst, bei Ledigen nicht höher als 25.600 Euro sein und bei Ehepaaren eben doppelt so hoch.
Das Bausparen und die Wohnungsbauprämie haben eine lange Tradition in Deutschland und viele Bausparer sagen noch heute, dass sie einen Bausparvertrag nur wegen der staatlichen Förderung abschließen.
Nachdem von den staatlichen Förderungen nun schon die Eigenheimzulage dem Rotstift zum Opfer gefallen ist, denkt der Bundesfinanzminister auch über die Abschaffung der Wohnungsbauprämie nach. Vor allem in den Bausparkassen und natürlich in der Bauwirtschaft und bei den Bausparern löste dieser Gedanke heftige Kritik aus. Es wird behauptet, dass die Familien, die nur über kleine oder mittlere Einkommen verfügen überhaupt nur deswegen Wohneigentum schaffen konnten, weil es die Bausparprämie gibt. Allerdings ist es fraglich, inwieweit die Wohnungsbauprämie wirklich diese Förderwirkung hatte und hat. Bekannt ist, dass die Wohnungsbauprämie den Staat jährlich 500 Millionen Euro kostet, es ist hingegen nicht bekannt, wie viel von diesem Betrag überhaupt in den Wohnungsbau geht. Die Wohnungsbauprämie bekommt der Bausparer, der diese beantragt und die Einkommensgrenzen nicht überschreitet, ob letzten Endes tatsächlich gebaut wird, ist nicht bekannt. Die Förderung mit der Wohnungsbauprämie erfolgte über all die Jahre, ohne dass jemals kontrolliert wurde, wie die Fördermittel verwendet werden.

Die Gegner der Wohnungsbauprämie bringen auch noch als Argument, dass die Prämie an sich viel zu niedrig sei, um ausschlaggebend dafür zu sein, ob sich Leute Eigentum bauen oder kaufen. Doch gibt es zu bemerken, dass die Wohnungsbauprämie für viele der Anreiz ist, überhaupt einen Bausparvertrag abzuschließen, obwohl die Guthaben auf diesen eher schlecht verzinst werden. Fällt die Wohnungsbauprämie weg, werden viele potenzielle Häuslebauer nach anderen Wegen suchen und nicht unbedingt einen Bausparvertrag abschließen.

Es gibt inzwischen auch viele andere Möglichkeiten, das Eigenkapital für den Hausbau anzusparen, demnächst soll es möglich sein, dass dafür Mittel aus den bestehenden Riester Verträgen verwendet werden können, weil die Schaffung von selbst genutztem Wohneigentum ja auch Altersvorsorge ist – und keine Schlechte.