Die Immobilienfinanzierung ohne Eigenkapital ist sowohl für die Darlehensnehmer als auch für die Banken ein risikobehaftetes Unterfangen.
Die alte Regel, dass in eine Immobilienfinanzierung mindestens 25 % Eigenkapital einzubringen sind, gilt heute nur noch bedingt. Ausländische Banken, die auf dem deutschen Markt aktiv sind, waren hier die Vorreiter. Mittlerweile gibt es auch deutsche Banken, die unter bestimmten Voraussetzungen eine Immobilienfinanzierung ohne Eigenkapital abwickeln und gegebenenfalls eine Vollfinanzierung oder eine sogenannte 120 % Finanzierung abwickeln. Das höhere Risiko lassen sie sich über höhere Zinsen bezahlen.
Risiken für den Darlehensnehmer bei der Immobilienfinanzierung ohne Eigenkapital
Bei der Vollfinanzierung ist die monatliche Belastung entsprechend höher, die nur bei außerordentlich hohen Einkommensverhältnissen überhaupt machbar ist. Das Risiko, die Raten nicht tragen zu können, wenn die Einkommensverhältnisse sich negativ entwickeln (sei es auch nur vorübergehend) ist relativ hoch. Auch Änderungen in den persönlichen Verhältnissen des Darlehensnehmers, wie zum Beispiel eine Ehescheidung können zu Problemen führen.
Muss die finanzierte Immobilie dann verwertet werden, gibt es das Problem, dass der Erlös aus dem Verkauf in der Regel den Saldo bei der Bank nicht abdeckt. Der Darlehensnehmer hat dann nicht nur keine Immobilie mehr, sondern einen Schuldenberg, der abgetragen werden muss.
Auch Experten raten zur Vorsicht
Auch, wenn es heute die Möglichkeit gibt, eine Immobilie zu finanzieren, ohne Eigenkapital einzubringen, sollte der „Durchschnittsverbraucher“ von dieser Möglichkeit keinen Gebrauch machen. Um eine sichere Finanzierung auf die Beine zu stellen, ist auch heute Eigenkapital eine Grundvoraussetzung. Nur wenn die Darlehensnehmer Eigenkapital in die Finanzierung einbringen, können sie von den derzeit sehr günstigen Zinsen am Hypothekenmarkt profitieren.
Es ist auf jeden Fall verbraucherfreundlicher und sicherer, ein Darlehen für die Finanzierung einer Immobilie aufzunehmen, mit entsprechender Eigenkapitaldecke, aus der auch unvorhergesehene zusätzliche Ausgaben bestritten werden können. Die Immobilienfinanzierung ohne Eigenkapital ist nur eine Alternative, wenn die Einkommensverhältnisse exorbitant sind.