Die Freistellung von Kapitalerträgen 


Kapitalerträge müssen versteuert werden

In Deutschland gilt nach dem Einkommenssteuergesetz die Pflicht, dass neben Einkommen auch Kapitalerträge, also Zinsen, Dividenden und Fondsausschüttungen, versteuert werden müssen. Bis zum 31.12.2008 erfolgte die Versteuerung dabei mit dem persönlichen Steuersatz. Seit Januar 2009 wurde jedoch die Abgeltungssteuer eingeführt, so dass ab jetzt pauschal 25% Abgeltungssteuer sowie 5,5% Solidaritätszuschlag auf vereinnahmte Kapitalerträge abgeführt werden müssen. Anleger, die kirchensteuerpflichtig sind, müssen auch die Kirchensteuer abführen. Die Berechnung der Steuerhöhe sowie die Überweisung ans Finanzamt nimmt dabei direkt die kontoführende Bank vor, der Sparer erhält lediglich eine Steuerbescheinigung über bereits gezahlte Steuern. Sofern der persönliche Steuersatz unter 25% liegt, kann unter Umständen eine Steuererstattung über die private Einkommenssteuererklärung erfolgen.

 

Der Sparer-Pauschbetrag

Damit nicht alle Kapitalerträge versteuert werden müssen, steht Sparern der Sparer-Freibetrag, vormals Freistellungsauftrag, zur Verfügung. KapitalerträgeDie Höhe dieses Freibetrages beträgt 801 Euro und kann von allen Sparern, vom Säugling bis zum Rentner, genutzt werden. Zu beachten ist, dass dieser Sparer-Pauschbetrag auch anfallende Werbungskosten enthält, die seit Januar 2009 nicht mehr separat angegeben und abgesetzt werden können. Um den Sparer-Pauschbetrag beim Kreditinstitut zu stellen, ist ein entsprechendes Formular mit Unterschrift bei der Bank einzureichen. Um den Auftrag für Minderjährige zu stellen, ist die Unterschrift beider gesetzlicher Vertreter notwendig. Natürlich ist es auch möglich, die Höhe des Sparer-Freibetrages aufzuteilen, um so die Zinserträge bei verschiedenen Banken freizustellen. Hierbei ist zu beachten, dass die Summe aller gestellten Aufträge den Maximalbetrag von 801 Euro nicht überschreiten darf, sonst drohen Maßnahmen des Finanzamtes.

 

Die Nichtveranlagungsbescheinigung

Viele Sparer erzielen Einkünfte, die den Sparer-Pauschbetrag deutlich überschreiten. Um für diesen Überschreitungsbetrag keine Steuern bezahlen zu müssen, gibt es in Deutschland die Nichtveranlagungsbescheinigung, die beim Finanzamt beantragt werden kann. Wird sie genehmigt, müssen Anleger unabhängig der Höhe ihrer Kapitalerträge keine Steuern mehr bezahlen. Die Nichtveranlagungsbescheinigung wird dabei in erster Linie Personen gewährt, die über kein oder ein nur geringes Einkommen verfügen, wie etwa Kinder oder Rentner.

 

Weitere Informationen zum Sparer-Pauschbetrag und zur Nichtveranlagungsbescheinigung:

steuerlexikon-online.de
tagesgeldvergleich.net
steuerlinks.de