Länge der Aufenthaltserlaubnis 


Frage zum Studentenvisum

Ein indonesischer Student studiert seit 6 Jahren mit einem "Studentenvisum" in Deutschland und fängt in Kürze seine Diplomarbeit an.

Ist es nach Beendigung der Diplomarbeit (in der Regel) problemlos möglich, ein anschließendes Visum für eine Doktorarbeit im studierten Fach zu erhalten?

Nach wieviel Jahren kann der Student eine dauerhafte Aufenthaltsgenehmigung und nach wieviel Jahren die deutsche Staatsbürgerschaft beantragen? Werden auch Studienjahre und die Zeit der Doktorarbeit gezählt?

Mit freundlichen Grüßen,

Antwort von Rechtsanwalt Hüttemann

Rechtsanwalt Hüttemann, 33449 Langenberg

Schwerpunkt: Verbraucherrecht

Vertretungsbefugt bei allen Amtsgerichten, Landgerichten und Oberlandesgerichten

"Ausländerrecht"
"Länge der Aufenthaltserlaubnis"

Sehr geehrter Ratsuchender,

vielen Dank für Ihre Anfrage, zu der ich auf der Grundlage Ihrer Sachverhaltsschilderung wie folgt tellung nehme.

Eine Aufenthaltserlaubnis zum Zwecke des Studiums kann bis zu einer Gesamtdauer von 10 Jahren verlängert werden. Schließt sich an das Studium eine Promotion an, so kann die Aufenthaltserlaubnis auch über diese 10 Jahre hinaus verlängert werden. Hat Ihr Bekannter daher seine Diplomarbeit fertiggestellt, so kann er auch zu Zwecken seiner Promotion die Aufenthaltserlaubis verlängern lassen.

Von einem dauerhaften Aufenthalt geht das Gesetz in § 44 AufenthaltsG aus, wenn der Ausländer eine Aufenthaltserlaubnis von mehr als einem Jahr erhält oder seit über 18 Monaten eine Aufenthaltserlaubnis besitzt, es sei denn, der Aufenthalt ist vorübergehender Natur. Ihr Bekannter ist also bereits in Besitz eines dauerhaften Auenthaltstitels.

Die Voraussetzungen für den Erwerb der deutschen Staatsangehörigkeit ergeben sich aus § 10 des StaatsangehörigkeitsG, dessen maßgeblichen Absatz 1 ich Ihnen nachfolgend zu Ihrer Orientierung einstelle:

Ein Ausländer, der seit acht Jahren rechtmäßig seinen gewöhnlichen Aufenthalt im Inland hat und handlungsfähig nach Maßgabe des § 80 des Aufenthaltsgesetzes oder gesetzlich vertreten ist, ist auf Antrag einzubürgern, wenn er
1.
sich zur freiheitlichen demokratischen Grundordnung des Grundgesetzes für die Bundesrepublik Deutschland bekennt und erklärt, dass er keine Bestrebungen verfolgt oder unterstützt oder verfolgt oder unterstützt hat, die
a)
gegen die freiheitliche demokratische Grundordnung, den Bestand oder die Sicherheit des Bundes oder eines Landes gerichtet sind oder
b)
eine ungesetzliche Beeinträchtigung der Amtsführung der Verfassungsorgane des Bundes oder eines Landes oder ihrer Mitglieder zum Ziele haben oder
c)
durch Anwendung von Gewalt oder darauf gerichtete Vorbereitungshandlungen auswärtige Belange der Bundesrepublik Deutschland gefährden,
oder glaubhaft macht, dass er sich von der früheren Verfolgung oder Unterstützung derartiger Bestrebungen abgewandt hat,
2.
ein unbefristetes Aufenthaltsrecht oder als Staatsangehöriger der Schweiz oder dessen Familienangehöriger eine Aufenthaltserlaubnis auf Grund des Abkommens vom 21. Juni 1999 zwischen der Europäischen Gemeinschaft und ihren Mitgliedstaaten einerseits und der Schweizerischen Eidgenossenschaft andererseits über die Freizügigkeit oder eine Aufenthaltserlaubnis für andere als die in den §§ 16, 17, 20, 22, 23 Abs. 1, §§ 23a, 24 und 25 Abs. 3 bis 5 des Aufenthaltsgesetzes aufgeführten Aufenthaltszwecke besitzt,
3.
den Lebensunterhalt für sich und seine unterhaltsberechtigten Familienangehörigen ohne Inanspruchnahme von Leistungen nach dem Zweiten oder Zwölften Buch Sozialgesetzbuch bestreiten kann oder deren Inanspruchnahme nicht zu vertreten hat,
4.
seine bisherige Staatsangehörigkeit aufgibt oder verliert,
5.
weder wegen einer rechtswidrigen Tat zu einer Strafe verurteilt noch gegen ihn auf Grund seiner Schuldunfähigkeit eine Maßregel der Besserung und Sicherung angeordnet worden ist,
6.
über ausreichende Kenntnisse der deutschen Sprache verfügt und
7.
über Kenntnisse der Rechts- und Gesellschaftsordnung und der Lebensverhältnisse in Deutschland verfügt.

Ich hoffe, Ihnen einen angemessenen Überblick über die Rechtslage verschafft zu haben.

Mit freundlichen Grüßen
Kristian Hüttemann
Rechtsanwalt