Geschlossene Fonds blieben verhältnismäßig lange von der globalen Wirtschaftskrise verschont. Nun ist es aber soweit und auch geschlossene Fonds werden bei den Anbietern sichtlich unbeliebter. An Investitionen in Schiffen, Flugzeugen oder Immobilien hat zum jetzigen Zeitpunkt scheinbar keiner mehr Interesse. Ist die momentane Skepsis der Anleger unberechtigt oder sollte man bei den geschlossenen Fonds doch lieber vorsichtig sein?
Historisches Tief
Die sinkende Begeisterung der Anleger in Betracht auf geschlossene Fonds hat dramatische Auswirkungen. Im ersten Halbjahr 2009 ist das Interesse an Fonds dieser Art auf ein mehrjähriges Tief gesunken. Das Fondsanalysehaus Scope Analysis und der Verband Geschlossener Fonds (VGF) beurteilen die aktuelle Lage folgendermaßen: „Das Geschäftsklima im Bereich geschlossener Fonds befindet sich auf dem niedrigsten Stand seit Beginn seiner Erhebung Anfang 2003“. Das sind wahrlich harte Worte. Experten befürchten zum jetzigen Zeitpunkt, dass unternehmerische Beteiligungen insgesamt geschädigt werden könnten.
Schiffsfonds in Schieflage
Besonders intensiv hat es jetzt die Schiffsfonds getroffen. Scope sagt dazu:
„In diesem Bereich ist die Emissionstätigkeit inzwischen fast völlig zum Erliegen gekommen“. In den ersten sechs Monaten des Jahres 2009 sind lediglich 20 neue Schiffsfonds auf den Markt gekommen. Noch vor einem Jahr war die Zahl dreimal so hoch. Experten und Branchenvertreter erwarten auch für die nahe Zukunft nichts Positives.
Die Schieflage bei den Schiffsfonds ist in Anbetracht der aktuellen Flaute in der gesamten internationalen Seeschifffahrt keine Überraschung. Außerdem kam die Fachzeitschrift „Fondszeitung“ zu dem Ergebnis, dass schon jetzt mindestens 70 Schiffsfonds notleidend geworden sind. Im Regelfall hat die Investition in diesem Bereich eine Laufzeit von 10 bis 25 Jahren.
Auch Scope sieht die dramatische Situation bei den Schiffsfonds und argumentiert: „Schiffsfonds leiden derzeit unter erheblichem Vertrauensverlust. Die Fälle, in denen Anleger Ausschüttungen zurückzahlen oder gar Gelder nachschießen müssen, häufen sich derzeit."