Schon in der kommenden Woche wird eine Schweizer Bank nach Angaben des „Guardian“ einen neuen speziellen Fonds vorstellen. Investiert wird ausschließlich in Unternehmen, die über ein gesundes Verhältnis von Frauen und Männer in der Führungsebene verfügen. Man darf gespannt sein, inwieweit das Konzept aufgehen wird.
Frauen als Köder
Die Schweizer Bank Naissance Capital ist auf die Idee gekommen, einen Fonds zu entwickeln, der vor allem in Firmen investieren wird, die überwiegend von Frauen geführt werden. Man erhofft sich davon eine sichtlich bessere Rendite, als bei den „normalen“ Fonds, denen das Geschlecht der Führungskräfte in der Regel egal ist. Allgemein bekannt ist, dass Männer in den Führungsebenen der Unternehmen wesentlich stärker vertreten sind als die weiblichen Kollegen.
Den Trend möchte man anscheinend beenden. Die Persönlichkeit von Frauen soll im neuen Fonds nämlich locken, trotz anhaltender Krise zu investieren. Schließlich gelten Frauen allgemein als vorsichtiger und nicht so risikofreudig. Nachdem die männlichen Führungskräfte in den vergangenen Jahren ihre Chance weitestgehend nicht genutzt haben, haben nun die Frauen die Möglichkeit, sich zu beweisen.
Zuspruch von McKinsney
Die Unternehmensberatung McKinsney fand bereits vor zwei Jahren heraus, dass Unternehmen, die über ein ausgeglichenes Verhältnis zwischen weiblichen und männlichen Führungskräften verfügen, allgemein erfolgreicher sind. Insbesondere die Höhe der Gehälter und die Aktienkurse profitieren von einer gesunden Geschlechtsverteilung in der Führungsebene.
Durchschnittlich sind es in Europa aktuell nur elf Prozent weibliche Chefinnen. Vor allem in Italien und Spanien sind nur drei bzw. vier Prozent Frauen vertreten. Am höchsten ist der Wert mit 31 Prozent in Norwegen. Frauen werden es aller Voraussicht auch in Zukunft schwer haben, in Unternehmensführungen voll akzeptiert zu werden.