Während viele Branchen in Zeiten der weltweiten Finanzkrise enorme Umsatzeinbußen hinnehmen müssen, wächst der Markt für digitale Spiele scheinbar stetig. Erst vor gar nicht so langer Zeit entdeckten die Fondsgesellschaften diese Marktlücke und gründeten relativ schnell die ersten Games-Fonds. Aber ist diese Art von Fonds wirklich derart profitabel oder handelt es sich eventuell um einen kurzfristigen Erfolg, der schon bald vorüber sein wird? Zumindest die Umsatzzahlen der Branche lassen großes Potenzial erhoffen.
Rendite mit digitalen Spielen?
Vielen erscheint es nicht gleich offensichtlich, dass man mit dem Vertrieb von digitalen Spielen eine zufriedenstellende Rendite erzielen kann. Im Grunde ist diese Skepsis sogar berechtigt. Denn anders als einige Anbieter schreiben, halten Fachleute Games-Fonds zumindest für Kleinanleger als zu risikoreich. Es kann schließlich gut sein, dass der Erfolg in wenigen Monaten oder Jahren wieder vorüber ist. Und dann wird die Krise auch diese Branche erreichen.
Während einige Experten aber von einer solchen Investition abraten, prognostizieren wiederum andere ein extremes Wachstum innerhalb der Branche. Der Bundesverband Interaktive Unterhaltungssoftware (BIU) gab kürzlich bekannt, dass die Umsätze im ersten Halbjahr 2009 trotz der Finanzkrise um etwa ein Prozent gestiegen sind. Aber ob es auch möglich ist diese Umsatzsteigerungen in nächster Zeit fortzusetzen, ist bislang natürlich noch völlig unklar.
Expertenmeinung
Peter Kastells äußert sich zum Thema mit folgenden Worten: „Ich wüsste nicht, warum man sich an solchen Fonds überhaupt beteiligen sollte. Es gibt keinen einzigen Grund“. Ein zu erwähnender Nachteil ist die Mindesteinlagesumme, die in der Regel 5000 Euro beträgt. Mit dem Kapital wird nicht etwa in mehrere Unternehmen investiert, sondern ein bestimmtes Spielprojekt finanziert. Die Höhe der Rendite ist demzufolge größtenteils vom Erfolg eines Spiels abhängig.