Für Aufregung sorgt in diesen Tagen die Fondsgesellschaft Allianz Global Investors (AGI). Schon ab dem ersten August gelten für Fondsanleger bei AGI neue Gebühren. Die meisten Kunden äußerten schon jetzt ihren Unmut. Vor allem die Änderung, dass die Vergütung ab 1. August leistungsabhängig sein soll, ärgert viele Anleger.
Die Dresdner Bank sieht jedoch keinen Grund zur Klage und äußert sich so: "So setzt sich zunehmend eine performanceabhängige und damit leistungsorientierte Vergütungskomponente der Managementleistung durch." Mit dem Ziel einer höheren Transparenz für die Anleger wird von AGI eine Kostenpauschale für alle Fonds eingeführt, denn es gab Fälle, in denen Fondskunden bei AGI von bestimmten Gebühren erst im alljährlichen Rechenschaftsbericht erfuhren. Auch das empfinden AGI-Anleger als ungerecht.
Fondsgesellschaften fordern höhere Gebühren
Die Vorgehensweise der Fondsgesellschaften ist schon etwas auffällig. Nach etlichen Monaten Talfahrt sind die Aussichten nun, zumindest für die nahe Zukunft, wieder etwas positiver. In Anbetracht dieser guten Entwicklung wollen auch die Fondsgesellschaften mit einer leistungsabhängigen Vergütung ein Stück vom Gewinn abhaben. Das empfindet ein Großteil der Fondsanleger als unfair.
Die gleiche Situation bei anderen Fondsgesellschaften
Doch nicht nur AGI will eine leistungsabhängige Vergütung einführen. Auch andere Fondsgesellschaften wie zum Beispiel der Marktführer DWS oder die Fondsgesellschaften der Sparkassen und Deka fordern solche leistungsabhängigen Vergütungen. Mit einer derartigen Vergütungsart lässt sich von der Bank zumindest jetzt, wo es wieder bergauf geht, wesentlich mehr Profit herausschlagen.
Hätten die Gesellschaften mitten in der Fondskrise eine solche Vergütungsweise eingeführt, wären sie wohl deutlich schlechter weggekommen. Deshalb klagen auch viele Anleger, weil sich die Fondsgesellschaft für sich immer die beste Lösung aussucht und nur selten an das Wohl ihrer Anleger denkt. Mit folgenden Worten beschwerte sich ein Kunde der Dresdner Bank: "Erst vernichtet die Finanzindustrie 50 Prozent und mehr der Anlegerwerte, und dann, wenn es mittelfristig nur noch aufwärts gehen kann, will der Fonds an den automatischen Gewinnen partizipieren."