Fonds waren lange Zeit vom Erfolg verwöhnt und kannten bis jetzt keine schlechten Zeiten. Doch mittlerweile hat auch der Letzte in der Branche verstanden, dass sich Fonds genauso wie die gesamte Wirtschaft in einer tiefen Krise befinden. Um diese erfolgreich überstehen zu können, ist es vor allem wichtig, Kosten einzusparen. Die Rede ist hier von bis zu 30 Prozent. Der Experte Rüdiger Sälzle vom Münchener Fondsanalysehaus Fonds Consult rechnet zum Beispiel damit, dass innerhalb der nächsten zwei Jahre 900 der insgesamt noch 6000 Fonds für Privatanleger vom Markt komplett verschwinden werden oder sich mit anderen Fonds fusionieren werden.
Die Abgeltungssteuer ist ein Dorn im Auge
Die erst in diesem Jahr eingeführte Abgeltungssteuer ist schon jetzt ein großer Dorn im Auge. Wird ein Fonds aufgelöst, kommt es zu einer Liquidation, die vor dem Staat als Verkauf gewertet wird. Das heißt Anleger verlieren bei einer Wiederanlage des Kapitals den Schutz vor der Abgeltungssteuer und werden zur Kasse gebeten. Experten betonen deshalb immer wieder, dass Fusionierungen wesentlich unproblematischer sind und für den Anleger in der Regel wesentlich weniger Wertverlust bedeuten.
Vorteile einer Fusionierung
Eine Fusionierung von Fonds ist nicht nur für die Anleger, die dafür weder Steuern noch irgendwelche anderen Gebühren bezahlen müssen, die bessere Alternative. Auch für die Fondsgesellschaften bringt eine Fusionierung zum Beispiel den Vorteil, dass das Kapital größtenteils bei ihnen verbleibt und sie damit weiterarbeiten können. Ein Sprecher des Branchenprimus DWS und der Allianz-Tochter AGI sieht das genauso und bevorzugt, sofern es im Rahmen des Möglichen ist, eine Fusionierung. Wenn es aber überhaupt nicht mehr vermeidbar ist, kann auch die Schließung eines Fonds ein Ausweg sein. Einige Fondsgesellschaften bieten zum Beispiel im Falle einer Schließung einen kostenlosen "Umzug" zu einem anderen Fonds der Gesellschaft an.