Momentan stehen hunderte Fonds der deutschen Fondsgesellschaften auf der Streichliste. Während einige Produkte noch fusioniert werden, kommt für andere jede Hilfe zu spät, sie werden kurzerhand geschlossen. Anleger bangen aus diesem Grund um ihr angelegtes Kapital und befürchten manchmal sogar einen Totalverlust. Die deutschen Fondsgesellschaften haben immer weniger zu verwaltendes Kapital, weil etliche Anleger aufgrund der jetzigen Krise skeptischer als je zuvor sind.
Viele Kosten müssen eingespart werden
Wegen dieser skeptischen Einstellung vieler Anleger sind die Fondsgesellschaften dazu gezwungen, Kosten einzusparen. Angefangen wird, wie wir zurzeit erleben, oftmals mit dem Schließen von Fonds. So kündigten zum Beispiel die Deutsche Bank und die Allianz-Tochter Allianz Global Investors (AGI) an, dass in naher Zukunft etwa 100 Fonds aus dem Angebot wegfallen werden. Fondsexperte Rüdiger Sälzle vom Münchener Fondsanalysehaus Fonds Consult rechnet beispielsweise mit der Schließung von 900 der insgesamt 6000 Publikumsfonds für Privatanleger schon innerhalb der kommenden zwei Jahre. Das entspricht einem prozentualen Anteil von 15 %.
Droht bei Fondsschließungen ein Totalverlust?
Diese berechtigte Frage stellen sich aktuell viele Anleger, die in Fonds investiert haben, die vermutlich bald geschlossen werden müssen. Es hängt aber immer davon ab, wie die Fondsgesellschaft den jeweiligen Fonds schließt. Prinzipiell gibt es nur zwei verschiedene Möglichkeiten, was nach einer Fondsschließung passieren kann. Entweder kann der Fonds komplett aufgelöst werden oder die zweite Möglichkeit wäre, den Fonds mit einem anderen Produkt zu fusionieren. Wie ein Großteil der Experten bestätigt, ist die Fusion natürlich der deutlich elegantere Weg.
Bei einer solchen Fusion wird das Kapital des Fonds einfach mit dem eines anderen zusammengelegt. Bei einem derartigen Übertrag fallen übrigens keinerlei Steuern oder sonstige Gebühren an. Um zwei Produkte miteinander fusionieren zu können, müssen jedoch Auflagen eingehalten werden. Zum Beispiel müssen sich die Anlagegrundsätze zumindest ähneln. Während eine Fusion für den Anleger also im Regelfall keinen großen Verlust bedeutet, kann es bei kompletten Schließungen bzw. Auflösungen unter Umständen schon zu beachtlichen Verlusten kommen.