Geldmarktfonds haben mit der Krise sehr zu kämpfen. Es gibt stetig mehr Konkurrenz und immer höhere Abflüsse müssen akzeptiert werden. Diese Problematik sieht nun auch die EU-Kommission und will jetzt die Form der Kapitalanlage völlig neu definieren. Zurzeit sind es noch etwa 260 offene Publikums-Geldmarktfonds. Allein im vergangenen Jahr wurde die Vermögenssumme bei diesen 260 Fonds um rund ein Drittel reduziert. Auch für dieses Jahr ist mit drastischen Verlusten zu rechnen.
Doch woran genau liegt es, dass Anleger zu den eigentlich sicheren Geldmarktfonds kein Vertrauen mehr haben und stattdessen andere Anlagen bevorzugen?
Anbieter reagieren
Die großen Anbieter reagieren bereits auf die massiven Abflüsse des letzten Jahres. So streicht zum Beispiel die DWS zahlreiche Fonds und versucht die Palette dadurch stark zu reduzieren. Während einige andere meist große Anbieter ebenfalls das Angebot verkleinern, warten andere noch geduldig auf eventuelle Neuregelungen in der Branche. Zeitgleich zur scheinbaren Krise berichtet die Deutsche-Bank-Tochter dbx-tracker zum Beispiel vom steigenden Interesse bei den passiven Geldmarktfonds. Es scheint, als wäre die Krise wohl doch noch nicht überall angekommen. Werner Hedrich, Leiter Fondsresearch beim Fondsratinghaus Morningstar sieht das anders: "Durch die Krise sind Investoren aufgewacht“.
Pläne der EU-Kommission
Die EU-Kommission will schnell handeln: Schon in diesem Monat soll es eine Anhörung geben. Geplant sind neue Regeln für Geldmarktfonds. Der erste Vorschlag wurde bereits von der europäische Fondsverband Efama erarbeitet. Dem Vorschlag von Efama zufolge soll es auch in Zukunft zwei verschiedene Varianten von Geldmarktfonds geben. Einmal die regulären und einmal die kurzfristigen Geldmarktfonds. Die jeweiligen Risiken und Chancen würden seitens der EU-Kommission genau festgelegt werden.