Das Sparbuch ist beliebter denn je 


Eine aktuelle Studie des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes zeigt, dass bei den Deutschen das alte Sparbuch wieder die beliebteste Form der Geldanlage ist, wenn es um die Altersvorsorge geht. Mit 11,2 Prozent vom Nettoeinkommen ist die Sparquote so hoch wie Anfang der neunziger Jahre. Das traditionelle Sparbuch hat sogar die Lebens- und Rentenversicherungen vom Spitzenplatz unter den Vorsorgeprodukten verdrängen können. Nur noch jeder fünfte Deutsche legt sein Geld in Aktien an. Selbst bei den Investmentfonds ist im Vergleich zu 2008 ein Rückgang zu verzeichnen.

 

Konservatives Sparen ist in – der Deutsche will Sicherheit

Die Finanzkrise hat scheinbar das Bedürfnis der Menschen nach Sicherheit noch einmal verstärkt. So ist die Sicherheit auch für 95 Prozent das wichtigste Ziel bei der Geldanlage. Die Rendite ist nur 62 Prozent der Sparer wichtig. Diese Entwicklung kommt nicht von ungefähr. Vor der Finanzkrise hatten Sparbücher schon fast keine Chance mehr. Direktbanken zahlten Spitzenzinsen für Tagesgeld und ausländische Banken bewarben ihre Produkte mit Traumzinsen.

Doch die Pleite der Lehman Bank in den USA und die Erfahrungen der Anleger bei der Kaupthing Bank hat die Situation völlig verändert. Die privaten Anleger flüchteten aus Aktienanlagen. Allein 2008 sind 45 Milliarden Euro abgezogen worden. Parallel sind die Einlagen bei den Banken gestiegen.

 

Das übertriebene Sicherheitsbedürfnis kostet die Deutschen richtig Geld

Gerade wenn es um den langfristigen Aufbau von Vermögen geht, hat dieses Verhalten gravierende Folgen. Wer heute 10.000 Euro auf ein Sparbuch einzahlt, der hat bei einer Verzinsung von 0,5 Prozent nach 30 Jahren nur 11.614 Euro. Da dürfte die Inflation die Hälfte der Ersparnisse vernichtet haben. Anleger hingegen, die ihre Ersparnisse etwas weniger sicherheitsorientiert anlegen und Zinsen von vier Prozent bekommen haben in diesen 30 Jahren aus ihren 10.000 Euro immerhin 32.434 Euro gemacht.

Das Geheimnis ist der Zinseszins. Einmal erhaltene Zinsen, die immer wieder angelegt werden, erbringen weitere Zinsen und die Entwicklung der Sparsumme ist nicht linear, sondern progressiv. Sparer, die heute nur auf Sicherheit setzen, können mit Sicherheit kein Vermögen entwickeln, bei dem sie vom Zinseszinseffekt profitieren.

 

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