Die im ersten Tipp erwähnte Faustformel gilt also demzufolge nur bedingt. So kann es für den 30-jährigen Familienvater sinnvoll sein, nur 10 Prozent seines Vermögens in Aktien zu investieren, den Rest auf einem Tagesgeldkonto, um zu jeder Zeit liquide zu sein. Genauso gut kann es auch ältere Menschen geben, die mit der Börse nur gute Erfahrungen gemacht haben, das Risiko nicht scheuen und demzufolge zwei Drittel ihres Vermögens in Aktien und Fonds investieren.
Rendite vorher berechnen
Es ist hilfreich, sich vorher auszurechnen, welche Rendite unter bestimmten Bedingungen zu erzielen wäre. Was passiert wenn, ist hier die Frage, die man sich stellen muss und ob man mit den möglichen Verlusten auch leben kann. Einige Kapitalanlagegesellschaften tragen mit ihrer Anlagestrategie den Überlegungen der Anleger bereits Rechnung, in dem sie so genannte Lebenszyklusfonds aufgelegt haben, die jährlich umgeschichtet werden.
Jedes Jahr wird der Aktienanteil verringert und der Anteil an festverzinslichen Papieren erhöht, solange bis am Laufzeitende der Anteil an Aktien nur noch sehr gering ist. Solche Fonds gibt es mit verschiedenen Laufzeiten, sodass der Anleger vorher selbst festlegt, wann er den geringsten Aktienanteil erreicht haben möchte. Der sicherheitsorientierte Anleger wird dann Laufzeiten wählen, bei dem das schon im Alter von 60 Jahren passiert, während der Anleger, der gerne höhere Rendite möchte und sich des damit verbundenen Risikos voll bewusst ist, einen Fonds wählen wird, bei dem der Aktienanteil erst, wenn er 70 Jahre ist, auf einem sehr niedrigen Niveau ist.
Fazit für den Sparer
Das Thema Geldanlage und Optimierung der Geldanlage ist sehr komplex und nicht jeder Anleger kann diese Entscheidung allein treffen. Lassen Sie sich beraten, aber achten Sie darauf, dass Sie nicht an einen Bankberater geraten, der nur provisionsträchtige Produkte verkauft. Ein guter Bankberater nimmt sich für so ein erstes Beratungsgespräch mindestens ein oder besser zwei Stunden Zeit. Er hinterfragt auch Ihre finanzielle Situation, erkundigt sich nach laufenden Verpflichtungen und nach den Zielen, die Sie mit der Geldanlage verknüpfen.