Ist die Riester Rente ein Renditegrab? 


Der ehemalige Arbeitsminister Walter Riester hat dem Produkt seinen Namen gegeben. Von den Politikern wird die Riester-Rente auch als Erfolgsprodukt betrachtet. Skeptiker und Finanzexperten sehen das Ganze etwas anders.

Möglich ist auch, dass die Sparer draufzahlen

Den weitaus größten Anteil an den geschlossenen Riester Verträgen haben die sogenannten Versicherungsverträge. Es wird zwischen klassischen und fondsgebundenen Riester-Renten Versicherungsverträgen unterschieden. Fast zehn Millionen sind es heute und davon entfällt ein Drittel auf die fondsgebundene Variante. Stiftung Warentest hat die Produkte untersucht und kommt zu dem erschreckenden Ergebnis, dass keine der angebotenen Fondspolicen zu empfehlen ist.

Die Anbieter betrachten die Riesterverträge wie eine Art Selbstbedienungsladen. Einige Anbieter wie der Deutsche Ring oder die Aachen Münchener verlangen bei jedem eingehenden Beitrag 12 Prozent Gebühren und das, obwohl schon bei Vertragsabschluss vier Prozent auf alle Beiträge für die Gesamtlaufzeit berechnet werden. Selbst vor den Riester Zulagen machen die Anbieter nicht halt. Hier ist die Gothaer mit 13 Prozent Gebühr Spitzenreiter, aber auch die Allianz verlangt 9,5 Prozent und die Alte Leipziger 9,0 Prozent.

Was die Experten raten

Wer unbedingt eine fondsgebundene Variante möchte, soll besser klassische Fondssparpläne nutzen. Aber auch hier können erhebliche Kosten entstehen. Die DWS beispielsweise berechnet beim Produkt RiesterRente Premium 5,5 Prozent der gesamten Beiträge und auch die Cominvest will 5 Prozent. Bei so viel Kosten und Gebühren auf die Beiträge kann die Rendite nicht hoch sein.

Auch die garantierte Verzinsung wird ausgehebelt

Die garantierten Zinsen in Höhe von 2,25 Prozent über die gesamte Laufzeit werden durch die hohen Kosten bei den Verträgen aufgezehrt. Im ungünstigsten Fall müssen die Sparer damit rechnen, dass die Rendite sogar ins Minus geht. Wer als Sparer nicht mindestens 80 Jahre wird, macht auch mit der klassischen Variante des Riester Sparens Verlust. Denn bis dahin hat der Sparer mehr in die Riester Rente eingezahlt, als er ausgezahlt bekommt.

Alle Riester Verträge sind basieren auf Unisextarifen. Es wird von der gleichen Lebenserwartung ausgegangen, egal ob Mann oder Frau – gleiche Beiträge führen zur gleichen Rente. Die Versicherer kalkulieren mit einer Lebenserwartung von 98 !!! Jahren.
Das Statistische Bundesamt rechnet mit 75,8 Jahren. Das schmälert die Rente deutlich.

Fazit

Drum prüfe, wer sich ewig bindet, ob sich nicht noch etwas Bessres findet. Dieses Sprichwort trifft auf Riesterverträge ohne Einschränkung zu. Am renditestärksten erscheinen aus heutiger Sicht die ganz schlichten Riester Banksparpläne.

Weitere Informationen zum Thema Riester-Rente finden Sie hier:

http://www.n-tv.de/ratgeber/versichernvorsorgen/Die-Riester-Micker-Rente...
http://www.stern.de/wirtschaft/versicherung/nachteile-bei-der-altersvors...