Das Unternehmen Opel, eine deutsche Traditionsmarke, ist eine Tochtergesellschaft von General Motors in den USA. Durch deren verfehlte Modellpolitik sowie deren finanzielle Schwierigkeiten gerät nun auch Opel in immer größere wirtschaftliche Not.
Die Krise bei GM und die Auswirkungen auf Opel
Im Jahr 2008, als die Finanz- und Wirtschaftskrise begann, sanken gleichzeitig auch die Auftragseingänge für Automobilkonzerne. Immer mehr Menschen verschoben den Kauf neuer Fahrzeuge, um erst einmal ihre eigenen Verbindlichkeiten zu begleichen. Dies führte dazu, dass die US-Autokonzerne, allen voran General Motors, ohne finanzielle Hilfen des Staates nicht hätten überleben können.

Diese finanziellen Probleme betreffen aber nicht nur die amerikanischen Autokonzerne, deren Zulieferer und Arbeitnehmer. Auch der deutsche Konzern Opel ist von der Krise stark betroffen, denn Opel ist ein Tochterunternehmen von GM. Durch ausstehende Zahlungen der Konzernmutter in Milliardenhöhe droht nun auch Opel die Insolvenz. Dies würde den Verlust von Tausenden Arbeitsplätzen bedeuten, gleichzeitig wären zahlreiche Zulieferer betroffen.
Die Gründe für die Schwierigkeiten bei Opel liegen jedoch nicht allein an GM. Der Konzern verkauft zu wenige Autos, der Umsatz ist zu gering. Dies ist auch auf die Modellpolitik zurückzuführen, die in den letzten Jahren nur wenig am Verbraucher orientiert war.
Der Versuch der Opel-Rettung
Trotz seiner Krise ist Opel ein deutsches Traditionsunternehmen, welches nach dem Willen der Beschäftigten, der Gewerkschaften und sogar einiger Politiker nicht in die Insolvenz geführt werden soll. Als wichtigsten Grund für das Überleben von Opel führen sie die Arbeitsplatzerhaltung an, denn die Kosten einer Insolvenz würden weitaus höher ausfallen.
Eine Lösung scheint dabei jedoch schwierig, denn die Verknüpfungen mit GM sind immens groß. Viele Stimmen rufen dabei nach staatlicher Unterstützung, sogar nach staatlicher Kontrolle bei Opel. Hiervon möchte sich die Bundeskanzlerin Angela Merkel jedoch nicht unter Druck setzen lassen und bewertet die Sachlage in Ruhe.
So wurde am 2. März 2009 ein Krisengipfel im Kanzleramt veranstaltet. Dieser brachte dabei jedoch keine Lösung, denn der von der Opel-Führung vorgelegte Rettungsplan konnte so nicht akzeptiert werden. Am 6. März wird die Opel-Spitze erneut ins Kanzleramt eingeladen, um die Sachlage zu diskutieren.
Schon zum jetzigen Zeitpunkt wird eine mögliche Insolvenz des Konzerns diskutiert. Allerdings stellt die Regierung auch klar, dass Opel keine Sonderrolle einnehmen wird. Die Kanzlerin will den Konzern zwar bei der Suche nach neuen Investoren unterstützen und schließt auch staatliche Garantien nicht aus, eine Verstaatlichung des Konzerns wird es aber nicht geben. Vor allem bei der Finanzierung gibt es Probleme, denn Sicherheiten kann Opel kaum stellen. Die wichtigen Patente wurden nämlich bereits von GM für deren Kredite an die US-Regierung verpfändet.
Unterdessen kämpft der Mutterkonzern GM weiter ums Überleben und fordert sogar weitere staatliche Hilfen. Sollten diese nicht gezahlt werden, droht Ende Mai die Insolvenz. Sofern der Konzern bis zum 01. Juni kein tragfähiges Sanierungskonzept vorstellen kann und es schafft, Schulden und Kosten auf dem Verhandlungsweg zu drücken, wird das Unternehmen wohl Gläubigerschutz beantragen.
Die aktuelle Situation bei Opel
Durch die in Deutschland geltende Abwrackprämie konnte Opel im ersten Quartal 2009 einen deutlichen Zuwachs an verkauften PKW verzeichnen. Dies spülte nicht unerhebliche Geldbeträge in die Kassen, so dass sogar ein Überschuss erwirtschaftet werden konnte.
Dieser finanzielle Überschuss soll nun genutzt werden, um die eigenen Patente, Anlagen und Fabriken von GM zurückzuerhalten. Im Gegenzug zur Lieferung wird Opel auf Forderungen, die sie eigentlich an GM haben, verzichten. Die US-Regierung muss diesem Vorhaben nun zustimmen, allein wegen der deutsch-amerikanischen Beziehungen. Der Abschluss dieser Verhandlungen wäre für Opel ein wichtiger Schritt in die Selbstständigkeit.
Um Opel zu retten, wird nun ein Investor benötigt. Auch GM ist auf der Suche nach einem Käufer für die angeschlagene Konzern-Tochter. Laut Zeitungsberichten vom 20.04.2009 will GM dabei sogar auf einen Kaufpreis verzichten. Der Investor benötige lediglich rund 500 Millionen Euro für die Investition. Potenzielle Käufer soll es wohl bereits geben. Die Verhandlungen sollen möglichst bis Ende Mai abgeschlossen werden, auch wegen der drohenden Insolvenz von GM.
Mehr Informationen zur Situation bei Opel und GM erhält man unter den einschlägigen Wirtschaftszeitungen
www.handelsblatt.com , www.ftd.de sowie unter www.tagesschau.de und www.manager-magazin.de