Viele deutsche Kleinanleger haben in der Finanzkrise aufgrund einer fehlerhaften Beratung bei der Bank viel Geld verloren. Nun könnte theoretisch anzunehmen sein, dass die Banken aus ihren Fehlern gelernt haben. Doch das Gegenteil ist der Fall.
Aktuelle Testergebnisse der Zeitschrift Finanztest
Es wurden insgesamt 147 verdeckte Beratungsgespräche geführt. Von den 21 Banken im Test wurde nicht eine einzige mit gut bewertet. Bei zwei Banken musste die Note „Mangelhaft“ vergeben werden. Die Beratung bei den Banken ist nach wie vor so schlecht, wie ihr Ruf. Das kann eine Katastrophe für den Anleger sein, der sich auf den Bankberater verlässt.
Vor allem besteht eine starke Diskrepanz darüber, was eine sichere Anlage ist. Die Mehrzahl der deutschen Anleger möchte das Geld sicher anlegen und stellt Sicherheit über die Rendite. Für den Bankberater ist Sicherheit ein dehnbarer Begriff. Viele Bankberater versäumen es schon im Vorfeld, sich nach den finanziellen Verhältnissen ihrer Kunden zu erkundigen und zu erfragen, welche Kenntnisse sie über Anlagemöglichkeiten haben.
Das Verbraucherschutzministerium ist entrüstet
Die Verbraucherschutzministerin Aigner äußerte sich jetzt vor der Presse, dass sie die Forderung nach besserer Beratung der Kunden notfalls per Gesetz durchsetzen wird. Eigentlich hatten die Banken nach der Pleite von Lehman im vergangenen Jahr versichert, dass sie ihre Standards prüfen und gegebenenfalls verbessern werden, aber nichts dergleichen ist geschehen. Mit der Falschberatung geht es munter weiter. Die Verbraucherministerin fordert eine Kennzahl, mit der der Nutzen für die Kunden bei Finanzprodukten gemessen werden kann.
Ab Januar 2010 sind bei jeder Beratung zu Wertpapieren Protokolle Pflicht, die den Ablauf des Beratungsgespräches dokumentieren und vor Gericht als Beweismittel eingesetzt werden können. Schadensersatzansprüche bei falscher Beratung verjähren in Zukunft erst drei Jahre nach dem ein Kunde von der Falschberatung erfahren hat. Dennoch sind die Verbraucher gefordert, sie sollten grundsätzlich nur Finanzprodukte kaufen, die sie verstehen und die ihrer Anlagestrategie entsprechen.