Der Jobverlust in der Krise hat langfristige Folgen 


Der Jobverlust und die finanziellen Einschnitte

In der Studie, an der unter anderem das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung in Nürnberg beteiligt war, wird nachgewiesen, dass nach Massenentlassungen in einer Krise viele der Betroffenen auch Jahrzehnte später weniger Geld verdienen, als vergleichbare Personen, die ihren Job nicht verloren haben. In der Studie wurden nur Menschen verglichen, die bei größeren Unternehmen beschäftigt waren und ihren Arbeitsplatz schon mindestens fünf Jahre innehatten. Ausgangspunkt für die Untersuchungen war die Rezession Anfang der Achtziger Jahre.

Die Einkommensverluste zeigen sich unabhängig von der Branche bei beiden Geschlechtern. Das liegt in erster Linie daran, dass die Entlassenen, wenn sie eine neue Anstellung finden, in der Regel Einkommensverluste von bis zu 30 Prozent hinnehmen müssen, im Vergleich zu Kollegen, die ihren Job behalten haben. Das betrifft nicht nur das Bruttoeinkommen, sondern auch andere Sozialleistungen wie das Urlaubs- oder Weihnachtsgeld.

Das liege einerseits daran, dass der Lohn beim neuen Arbeitgeber häufig geringer ausfällt und es die wenigsten Arbeitnehmer schaffen, sich in der neuen Firma wieder so zu positionieren, wie sie das in der alten Firma aufgrund langjähriger Betriebszugehörigkeit konnten. Das sich „hoch arbeiten“ schafft ein Arbeitnehmer in vielen Fällen nicht ein zweites Mal.

 

Auswirkungen auf deutsche Arbeitnehmer

Von der jetzigen Wirtschaftskrise sind insbesondere Menschen, die in der verarbeitenden Industrie wie zum Beispiel der Automobilbranche tätig sind, betroffen. Die bestehende Kurzarbeiterregelung hat bisher Entlassungen im größeren Ausmaß verhindert. Aber die Beschäftigten bei Daimler oder Opel, die dort schon 20 Jahre und länger ihren Arbeitsplatz hatten, werden nie wieder in ihrem Arbeitsleben eine so gut dotierte Stelle finden, die mit so hohen Gehältern und etlichen Sozialleistungen verknüpft sind.

Da ist die Abfindung, mit der entlassene Arbeitnehmer entschädigt werden, nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Gerade die gut verdienenden Arbeitnehmer im Süden Deutschlands werden die Auswirkungen der Krise noch lange spüren. Von den bestehenden Chancen am Arbeitsmarkt für einen über 50-jährigen ist dabei noch nicht einmal die Rede.

 

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