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Zerobonds


By Geld Magazin - Posted on 13 April 2008

Zerobonds sind festverzinsliche Wertpapiere, die theoretisch keine Zinsen zahlen. Aus diesem Grund werden die auch als Nullcouponanleihen bezeichnet. In der Praxis erfolgt natürlich sehr wohl eine Zahlung von Zinsen, sie sind lediglich in der Differenz zwischen dem Ausgabebetrag und dem späteren Rückzahlungsbetrag zu erkennen. Für den Anleger kann ein Zerobond eine attraktive Geldanlage sein. So müssen Kleinanleger die Zinseinnahmen im ersten Jahr des Zuflusses bereits versteuern, mit einem Zerobond erfolgt die Besteuerung, aber erst, wenn dieser vorzeitig verkauft wird oder bei der Rückzahlung. Wird der Zerobond bis zum Ende der Laufzeit gehalten, dann muss der Differenzbetrag, der zwischen Ausgabe und Rückzahlung entsteht, als Einkünfte aus Kapital versteuert werden. Wird der Zerobond hingegen vorzeitig verkauft, dann wird vom Finanzamt entweder die anteilige Emissionsrendite oder die Marktrendite als Grundlage genommen.

Emissionsrendite sind Einnahmen, die rein rechnerisch auf die Zeit des Besitzes des Zerobonds entfallen. Das ist in der Regel der Ertrag, der bei Ausgabe des Wertpapiers mit Sicherheit als Rendite zugesichert wurde. Allerdings muss der Anleger diese dem Finanzamt gegenüber nachweisen. Dabei finden Kursschwankungen, die bei Zinsänderungen entstehen können, keine Berücksichtigung.

Weil die Berechnung der Emissionsrendite sich praktisch als sehr schwer erweist, ist vom Gesetzgeber außerdem eine leichtere Methode gestattet. Bei der sogenannten Differenzmethode werden die Kosten für den Kauf der Zerobonds den Erträgen nach dem Verkauf gegenübergestellt. Die Kursschwankungen, die eigentlich nicht zu den Einkünften aus Kapitalvermögen gehören, werden nach dieser Methode aber berücksichtigt. Wird entsprechend der Marktrendite gerechnet, dürfen vom Anleger immer auch Verluste geltend gemacht werden.

Welche Methode angewendet werden soll, entscheidet der Anleger allein. Dabei dürfen allerdings einige wichtige Besonderheiten nicht außer Acht gelassen werden, die beim Ansetzen der Marktrendite wichtig sind. So finden beispielsweise sowohl Währungsgewinne als auch Währungsverluste bei der Marktrendite keine Berücksichtigung mehr. Die Unterschiede sind dann bereits in der jeweiligen Währung zu berechnen und dann in Euro umzurechnen.
Werden Zerobonds innerhalb eines Jahres wieder verkauft, ist der Gewinne als Spekulationsgewinn zu betrachten. Bei der Besteuerung nach der Marktrendite werden aber die Gewinne und Verluste nicht als sonstige Einkünfte sondern als Einkünfte aus Kapitalvermögen besteuert, demzufolge kann ein Verlustausgleich mit anderen Einkunftsarten erfolgen. Wird hingegen nach der Emissionsrendite besteuert, sind die Kursgewinne als Spekulationsgewinn zu versteuern, demzufolge können dann Verluste auch nur mit Gewinnen verrechnet werden.

Gerade bei sinkenden Zinsen bieten die Zerobonds dem Anleger ordentliche Kurschancen. Allerdings gilt hier die Regel, je geringer der Nominalzins ist und je länger die Laufzeit des Zerobonds, desto stärker sind die Schwankungen des Kurses. Demzufolge haben Nullcouponanleihen mit entsprechend langer Laufzeit bei Veränderungen der Zinsen in der Regel starke Kursschwankungen zu verzeichnen. Wenn dann die Entwicklung des Kurses in Richtung Gewinn geht, kann die Rendite erheblich verbessert werden. Bei der Besteuerung bleiben die Kursgewinne steuerlich unberücksichtigt, das trifft allerdings nur für private Anleger zu, sodass der gesamte Markt der Zerobonds sich eigentlich auch ausschließlich an diese Klientel richtet.

 

Im Prinzip besteht bei den Zerobonds kaum ein Wiederanlagerisiko, wenn das Niveau der Zinsen zwischenzeitlich gesunken sein sollte, käme nur eine Anlage mit entsprechend kleineren Zinsen in Frage, aber die zum Teil sehr lange Laufzeit der Zerobonds hält dieses Risiko begrenzt. Sind andere Risikofaktoren auszuschließen ist die rein rechnerisch vorhandene effektive Rendite als die Mindestrendite bis zum Ende der Laufzeit zu betrachten. Würden Kursgewinne realisiert werden, könnte zwar dadurch die Rendite höher ausfallen, demgegenüber stünde dann aber die Frage der Wiederanlage.

Zusammenfassend ist festzustellen, wer Einkünfte aus Zinsen aus steuerlichen Gründen beispielsweise lieber in das Rentenalter verschieben möchte, der hat mit den Zerobonds eine gute Anlagemöglichkeit erschlossen. Wegen der langen Laufzeit sollte aber der Bonität der Papiere größere Beachtung geschenkt werden.