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Anleihen


By Geld Magazin - Posted on 04 April 2008

Eine Anleihe ist vergleichbar mit einem Schuldschein. Der Herausgeber der Anleihe ist der Schuldner – der Käufer der Anleihe ist der Gläubiger. Mit dem Nennwert wird der Preis ausgedrückt, zu welchem die Anleihe an den Gläubiger zurückzuzahlen ist. Mit dem Coupon werden die Zinsen, die der Schuldner für die Anleihe zu zahlen hat zum Ausdruck gebracht.

Kauf von Anleihen

Anleger können die Anleihen wie Aktienfonds über ihre Depotbanken kaufen. Wer Bundesanleihen kaufen möchte, kann dazu ein kostenloses Depot beziehungsweise Schuldbuchkonto bei der Finanzagentur GmbH eröffnen und diese dort verwalten lassen. (Mehr zum Thema Bundesanleihen finden Sier hier: Bundeswertpapiere)

Kauf von Anleihen

Dabei funktioniert eine Anleihe folgendermaßen. Der Anleger kauft für beispielsweise 1000 Euro eine Anleihe, deren Coupon 5 Prozent beträgt und die eine Laufzeit von fünf Jahren hat. Dann bekommt er zum Ende der Laufzeit im fünften Jahr 1050 Euro, weil der Schuldner seine Anleihe inklusive der Zinsen zurückzahlt. Der Käufer der Anleihe, also der Gläubiger, muss aber nicht zwingend den sogenannten Nennwert an den Schuldner bezahlen. Der Marktwert der Anleihe ist dabei abhängig davon, wie sich die aktuellen Zinsen am Markt zu dem Zinscoupon der entsprechenden Anleihe verhalten, die der Schuldner vorgegeben hat. Ist der Marktzins gerade höher als der Coupon, dann muss der Käufer der Anleihe eben weniger zahlen und ist der Marktzins niedriger ist es umgekehrt. Das bedeutet, wenn der Coupon bei fünf Prozent liegt, der Marktzins aber auf zum Beispiel sechs Prozent steigt, dann sinkt der Kurswert der Anleihe. Der Käufer kann dann eine Rendite von sechs Prozent erwarten.

Zinszahlungen bei Anleihen

Von großer Bedeutung für den Preis einer Anleihe sind die Höhe und die zeitliche Abfolge der Zinszahlungen. Es gibt sowohl Anleihen, bei denen über die gesamte Laufzeit keine Zinsen gezahlt werden, weil erst mit dem Laufzeitende die Begleichung der Schulden nebst Zinsen erfolgt, als auch Anleihen, und das ist eher normal, bei denen die Gläubiger die Zinsen einmal im Jahr ausgezahlt bekommen. Dabei richtet sich die Höhe der Zinsen nach dem aktuellen Zinsniveau am Markt.

Herausgeber von Anleihen

Ähnlich wie wenn eine Privatperson einen Kredit aufnimmt, legt sich der Herausgeber einer Anleihe zu Beginn der Laufzeit fest, über welchen Zeitraum die Anleihe laufen soll. Das kann von Schuldner zu Schuldner ganz verschieden sein, aus diesem Grund gibt es am sogenannten Rentenmarkt auch Anleihen mit den verschiedenen Laufzeiten. Das kann von einem Jahr bis zu 30 Jahren sein. Dabei werden die Langläufer in der Regel dann herausgegeben, wenn mit steigenden Zinsen zu rechnen ist. Die Schuldner wollen sich dann das derzeit niedrige Niveau der Zinsen für eine lange Zeit sichern. Aus diesem Grund kommt es gerade bei den Langläufern während der Laufzeit zu extremen Kursschwankungen. Immer am Ende der Laufzeit zahlt der Schuldner den Nennwert der Anleihe an seinen Gläubiger zurück.

Risiko bei Anleihen

Dabei verbirgt sich auch in den Anleihen ein gewisses Risiko. Wenn der Schuldner einer Anleihe in Zahlungsschwierigkeiten kommt, kann die Gefahr bestehen, dass er seine fälligen Zinszahlungen an den Besitzer der Anleihe nicht bezahlen kann. Geht der Schuldner in Konkurs, besteht theoretisch das Risiko, dass die Anleihe am Ende der Laufzeit nicht zurückgezahlt werden kann. In solchen Fällen wird dieses Risiko am Rentenmarkt über die Rendite des Papiers gesichert.

Sicherheit und Rendite

Je sicherer eine Anleihe ist, desto geringer ist die Rendite. Sichere Anleihen sind in der Regel die von Staaten, wie etwa die Bundesanleihen. Anders verhält es sich hingegen wieder bei Staaten, die selbst in Zahlungsschwierigkeiten sind, wie zum Beispiel in Südamerika die argentinischen Anleihen. (Mehr zum Zusammenhang von Rendite und Sicherheit finden Sie bei dem magischen Dreieck der Geldanlage)

Kapitalgesellschaft als Herausgeber einer Anleihe

Ist anstelle eines Staates hingegen eine Kapitalgesellschaft der Herausgeber der Anleihe, ist es für den Käufer spannend. Die Zinscoupons liegen hier immer zwei bis drei Prozent über denen der Staatsanleihen. Hier werden die Anleihekäufer dafür honoriert, dass sie einem Unternehmen, welches bereits hoch verschuldet ist, in Form einer Anleihe noch weitere Mittel zur Verfügung stellen.

Ratingagenturen und Anleihen

Die Bonitätsbewertung für Unternehmen und Staaten werden von international anerkannten und professionellen Rating Agenturen vorgenommen. Dazu gehören beispielsweise Standard & Poor’s. Entsprechend der Einschätzung der Kreditwürdigkeit wird die Höhe des Zinscoupons festgelegt. Spekulative Anleihen werden mit hohen Zinsen honoriert, sind aber auch vom Zahlungsausfall bedroht. Der Kauf von solchen Anleihen ist nichts für Anleger mit schwachen Nerven.