Bei allem Negativen, das die Finanzkrise und die bevorstehende Rezession, mit sich bringen, kann der Privatmann aber auch etwas Positives aus dem Jahr 2008 und seinen Turbulenzen mitnehmen.
deutsche Verbraucher werden aufmerksamer
Die deutschen Verbraucher sind aufmerksamer geworden. In Zukunft werden die Sparer zweimal hinsehen, bevor sie bei einer ausländischen Bank, wie bei der Kaupthing Bank aus Island, ihre Ersparnisse anlegen, nur weil ihnen ein Prozent mehr an Zinsen versprochen wird. Sie werden nicht mehr so leicht auf die Versprechen von windigen Bank- oder Finanzberatern reinfallen und an Renditen im zweistelligen Bereich glauben. Sie werden sich besser informieren, bevor sie ihr Erspartes in angeblich sicheren Zertifikaten anlegen.

Die Aufmerksamkeit der kleinen Sparer richtet sich mehr auf Dinge der Finanzwelt, als vor der Krise. Ein Anleger beschäftigt sich heute eher mit der Materie der Geldvermehrung, als er das noch vor einem Jahr getan hat. Nicht unwesentlich dazu beigetragen hat auch die Zusicherung der Bundeskanzlerin, dass die Ersparnisse sicher seien. Wer sich bis dahin noch nicht wirklich um sein Geld gesorgt hatte, der hat spätestens ab diesem Zeitpunkt aufgehorcht und sich informiert. Das grundsätzliche Vertrauen in die Finanzwelt ist ins Wanken geraten, die Sparer sind verunsichert und wissen nicht immer, wem sie überhaupt trauen sollen. Das allerdings schärft den Blick für das Wesentliche.
gesunder Menschenverstand ist wichtig
Mit gesundem Menschenverstand und einem kühlen Kopf können selbst diejenigen Anleger, die 2008 ein kleines Vermögen an der Börse verloren haben, diese Verluste wieder wettmachen und in Zukunft ihre Anlageziele den Verhältnissen anpassen.
Es reicht nicht, sich auf den Bankberater zu verlassen, wichtig ist, seine Ersparnisse so anzulegen, dass sie mit Sicherheit der Vermögensbildung dienen. Viele Kleinanleger werden sich in Zukunft von der Börse verabschieden und kleinere Brötchen backen, die aber mit Sicherheit einen Gewinn versprechen, wenn er auch nicht so groß ist. Der Blick der kleinen Sparer auf das Wesentliche wird sich schärfen und die finanzielle Allgemeinbildung der Deutschen, um die es nicht groß bestellt war, wird zunehmen. Nur derjenige, der seine Geldanlagen versteht, weiß, was er tut der wird nicht mehr leichtgläubig sein Erspartes den Finanzexperten anvertrauen.
Sparen ist wichtig und kann lukrativ sein, aber das Risiko darf niemals außer Acht gelassen werden. Zumindest in diesem Punkt hat also die Finanzkrise auch etwas Positives bewirkt.