Die private Altersvorsorge ist nicht nur ein ganz wesentlicher Baustein, um die sich auftuende Lücke mit Eintritt in die gesetzliche Rente zu sichern, sie spielt auch eine entscheidende Rolle dabei, wenn es darum geht, vorzeitig in die Rente zu gehen.
Noch haben Versicherte die Möglichkeit vor Vollendung des 65. Lebensjahres in Rente zu gehen, müssen aber dafür jeden Monat mit drei Prozent Abschlag von der eigentlichen Rente leben. Das gilt dann lebenslang, auch wenn die Regelaltersgrenze erreicht wird oder der Versicherte verstirbt und eine Hinterbliebenenrente berechnet wird.

Durch private Vorsorge lassen sich diese Abschläge kompensieren und es ist für den Versicherten nicht zwingend notwendig, bis zur Regelaltersgrenze zu arbeiten, insbesondere dann, wenn die Gesundheit nicht mehr die Beste ist und das Ausscheiden aus dem Berufsleben für den Einzelnen notwendig wird. Wer über die Riester Rente, über Rürup oder anderweitig mit Kapitallebensversicherungen vorsorgt, der muss nicht unbedingt bis zum 65. Lebensjahr voll arbeiten, nur um seinen höchstmöglichen Rentenanspruch aus der gesetzlichen Rente zu erlangen. Private Vorsorge kann es also auch durchaus möglich machen, dass ein weitaus früherer Renteneintritt möglich wird, wenn nur genügend Kapital vorhanden ist, von dem auch ohne Rentenbezug gut gelebt werden kann.
Nicht selten passiert es Arbeitnehmern, dass sie bis zum Erreichen der Altersgrenze arbeiten, und dann die Gesundheit nicht mehr mitspielt und das Rentenalter und die Rente nur kurze Zeit genossen werden können. Bei der Planung der privaten Vorsorge sollten auch immer diese Faktoren berücksichtigt werden. Wenn beispielsweise das Einkommen der Ehefrau in erster Linie dazu genutzt wird, um das Wohneigentum abzuzahlen, dann kann, wenn die Schuldenfreiheit erreicht ist, das Einkommen genutzt werden, um finanziell mit größeren Beträgen vorzusorgen. Statistisch erwiesen ist sowieso, dass Eigentümer von selbst genutzten Immobilien mit erheblich mehr Vermögen in die Rente gehen, als Menschen die zur Miete wohnen.
Eine Ursache liegt im unterschiedlichen Lebensstandard. Wer ein Drittel seines Lebens Geld aufbringt, um seine Rente in Stein zu finanzieren, lebt meist sparsamer als Menschen, die zur Miete wohnen. Das kann sich dann im Alter doppelt bezahlt machen, wer es gewohnt ist, bescheiden zu leben, hat einfach andere Ansprüche und dadurch oft auch mehr Geld.