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Wenn die Schuldenfalle zugeschnappt hat


By Geld Magazin - Posted on 05 August 2008

Immer mehr Menschen in Deutschland geraten in die viel besagte Schuldenfalle, das heißt, sie können mit ihren monatlichen Einnahmen ihre Ausgaben nicht mehr bestreiten. Doch was soll man tun, wenn am Ende des Geldes noch so viel Monat ist.

Die meisten Schuldner tappen nicht plötzlich und unerwartet in die Schuldenfalle, sondern es ist ein oft langjähriger Prozess, der sich ganz langsam abzeichnet, wenn jeden Monat über die Verhältnisse gelebt wird. Solange ein geregeltes Einkommen da ist, geht das eben eine ganze Weile gut. Da gibt es den Dispositionskredit, der in Anspruch genommen wird, den Kreditrahmen bei den Kreditkarten, sonstige Verbraucherkredite, Ratenabzahlung bei Versandhäusern viel zu teure Mietwohnungen und Häuslebauer, die die finanziellen Belastungen aus dem Hypothekendarlehen nicht mehr bezahlen können. Das ganze Ausmaß der Verschuldung wird oft erst ersichtlich, wenn sich die Einkommensverhältnisse durch Krankheit, Arbeitslosigkeit oder Trennung drastisch verschlechtern.

Wer das erkennt, muss unbedingt Prioritäten setzen und bestimmten wichtigen Zahlungen, wie der Miete und dem Strom den Vorrang lassen. Mietschulden führen unweigerlich zur Kündigung der Wohnung und bei Nichtbezahlung der Stromkosten wird heute vom Energieversorger einfach der Strom abgeschaltet. Diese Zahlungen sollten also immer an erster Stelle stehen. Ebenso wichtig ist es den Versicherungsschutz für die Gesundheit und das Auto aufrechtzuerhalten.
Zusätzlich sind die Einnahmen und Ausgaben gegenüberzustellen und Einsparungen vorzunehmen, wo es nur geht. Bei den Lebenshaltungskosten, bei den Freizeitaktivitäten, bei der Bekleidung, bei den Abonnements und bei den Telefonkosten.

Mit den Gläubigern, die Anspruch auf Ratenzahlungen aus Kreditverpflichtungen haben, sollte unbedingt Kontakt aufgenommen werden. Solche Gespräche oder Schreiben bringen oft mehr, als so mancher Schuldner glaubt. Viele Gläubiger sind bereit Raten zu stunden, ehe sie von ihren Forderungen gar nichts mehr wiedersehen.

Keinesfalls sollte ein Schuldner den Kopf in den Sand stecken. Wenn er das allein nicht bewältigen kann, gibt es Schuldner Beratungen, die den Betroffenen weiterhelfen.
Auf einen Termin muss allerdings in manchen Regionen etwas länger gewartet werden. Die Zeit dazwischen kann aber genutzt werden, um alle Unterlagen aufzubereiten oder um sich einen Nebenjob zu suchen, der wenigstens noch etwas Geld in die Haushaltskasse bringt. Viele Unternehmen suchen Aushilfen, die auf 400 Euro Basis arbeiten und besser ist es allemal wenigstens noch etwas Geld in die Haushaltskasse zu bringen. Hier ist auch etwas Kreativität gefragt.

In Deutschland sind mittlerweile mehr als sechs Millionen Haushalte verschuldet und die Zahl steigt stetig, schuld daran ist einerseits das Konsumverhalten der Menschen aber andererseits auch der Arbeitsmarkt und die vielen schlecht bezahlten Jobs. Mit der Einführung von Hartz IV hat sich das ganze Problem noch verstärkt, denn der soziale Abstieg mit allen Folgen erfolgt dadurch heute viel schneller als das noch zu Zeiten war, in denen Arbeitslosenhilfe war.

Schulden zu haben ist schlimm, doch nichts dagegen zu unternehmen ist noch schlimmer. Letzter Ausweg für alle Privatpersonen ist die Anmeldung der Insolvenz. Nach sechs Jahren Wohlverhalten hat jeder private Schuldner die Möglichkeit von der Restschuld befreit zu werden und ein Leben, ohne Schulden zu beginnen.

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